Plusenergiehaus – Wohnen in der Zukunft

geschrieben von Daniela

Jedes Jahr stöhnen die meisten Menschen aufs Neue, wenn die Strom- und Gasrechnung kommt. Auch wer Öl für die Heizung tanken muss, weiß, dass sich die Preise in den letzten Jahren nur in eine Richtung bewegt haben: Nach oben. Wer jetzt an Bauen denkt, sollte daher am besten gleich an ein sogenanntes Plusenergiehaus denken, das dem Besitzer Unabhängigkeit garantiert.

Was ist ein Plusenergiehaus überhaupt?

Einfach ausgedrückt handelt es sich bei einem Plusenergiehaus um ein Haus, das seine eigene Energie erzeugt und dabei mehr erzeugt, als es selbst verbraucht. Es ist eine Weiterentwicklung des sogenannten Nullenergiehauses, das seine gesamte Energie selbst erzeugt, aber auch nicht mehr als das. Da das Nullenergiehaus manchmal auch als Effizienzhaus bezeichnet wird, trägt das Plusenergiehaus die entsprechende Bezeichnung Effizienzhaus Plus.

Haus-Sparschwein

© iStockphoto/Thinkstock

Die häufigste Energiequelle für ein Effizienzhaus ist die Sonne: So wird das Plusenergiehaus mit Solarpaneelen ausgestattet, die das Sonnenlicht in Energie umwandeln. Diese wird nicht nur zum Erzeugen von Warmwasser, Strom und Heizkraft genutzt, sondern soll in Zukunft beispielsweise auch als „Tankstelle“ für das Elektroauto dienen.

Da ein Plusenergiehaus mehr Energie erzeugt als es verbraucht, kann der Besitzer die überschüssige Energie an den lokalen Stromnetzbetreiber verkaufen und so die Investitionskosten langfristig wieder herein holen. Abgesehen davon, dass er selbst natürlich sehr viel Geld sparen wird, weil er nicht mehr von der Preiswillkür der Öl- und Stromkonzerne abhängig ist.

Kann sich ein Effizienzhaus alleine mit Sonnenlicht selbst versorgen?

In unseren Breitengraden ist dies natürlich eine berechtigte Frage. Bei einem Plusenergiehaus spielt jedoch nicht nur die Energiegewinnung mittels Photovoltaik eine Rolle, sondern auch der extrem niedrige Energieverbrauch. Ein hochmodernes Effizienzhaus wird so gedämmt, das fast keine Wärme nach außen verloren geht und das Haus entsprechend wenig geheizt werden muss. Ein effizientes Lüftungssystem sorgt für frische Luft und macht eine energiefressende Klimaanlage überflüssig.

Was kostet ein Plusenergiehaus?

Derzeit sind die Kosten noch etwa doppelt so hoch wie bei einem normalen Haus. Für 150qm Wohnfläche muss mit etwa 400.000 Euro gerechnet werden. Jedoch werden die Preise in den nächsten Jahren sinken, je mehr die Entwicklung vorangetrieben wird.

Datum: 3. Mai 2012, 16:38 Uhr - Kategorien: Haus - 1 Kommentar - Schlagwörter: , , , ,

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Bisher wurde einen Kommentar geschrieben.

  1. Liebe Daniela,
    deinen Ausführungen zum Plusenergiehaus stimme ich weitestgehend zu. Nur beim Preis muss ich dir entschieden widersprechen. Wir bauen nämlich gerade ein sehr individuelles Plusenergiehaus und daher bin ich mit den Preisen ganz vertraut.
    Bei 4000.000 EUR für ein 150 m²-Haus (ohne Grundstück) steckt dann schon sehr viel Luxus drin (Parkett, Beleuchtung, edle Armaturen, gute Küche, Pflasterung, Garage etc.).
    Am preiswertesten und schnellsten komt man zu einem Plus-Energie-Haus, wenn man ein KfW-Effizienshaus 40 als Fertighaus bauen lässt und dann eine leistungsfähige Photovoltaikanlage aufs Dach packt. Und das sollte m.E. für unter 300.000 EUR möglich sein.